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Abschiedsrede für James

Verstorben am 28.10.2009



Als ich mich für den heutigen Tag vorbereitete, nahm ich eines Abends ein kleines Lexikon zur Hand. Zuerst schaute ich nach, was dort über den Tod steht: Der Tod ist der Stillstand der Lebensfunktion. Aha, dachte ich und schaute mal was denn dann zu Trauer steht: Trauer gibt es dort nicht Das ist gut, dachte ich, na dann ab zum Leben, dort ist zu lesen: Durch Fortpflanzung und Tod ist das individuelle Da-sein, nicht aber das Leben selbst, begrenzt. 

Heißt also, der Mensch ist endlich, aber das Leben ist unendlich. Irgendwie war das beruhigend und ich dachte an die Fortpflanzung. 

Wunderbare Ergebnisse dieser menschlichen Gier sitzen hier vor mir, die Jana und der Leon. Und da Ihr beiden da seid, geht James Leben weiter .. und das finde ich super 

Na, könnt ihr Euch noch an diese Situation erinnern, ok... ihr wart da echt noch Zwerge. 

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Aber ihr wisst noch wie wir in der Halle mit der Mülltonne das Schifffahren geübt haben. 

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Da habt ihr gemeinsam versucht die Bordbesatzungen mit Wasserbomben zu treffen. Übrings, James angelte ja auch gern, so z.B. auf unseren Kuttertouren. 

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Doch einmal durfte er sein Können als Fischer unter Beweis stellen. 

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Da hat er die Forellen mit den bloßen Händen aus dem Swimmingpool gefangen und anschließend fachmännisch ausgenommen. Ich habe gehört, dass der Leon einmal einen Guppy aus James Aquarium gefischt und anschließend gegessen hat. Dein Vater hat das auch mal probiert und sah anschließend so aus! 

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Schön war es auch, dass James nie wusste was er essen wollte, da er ja alles Mögliche nicht mochte. Man konnte dann regelrecht die Fragezeichen über seinem Kopf sehen. Besonders gelacht haben wir, als James käseloses Jägerschnitzel bestellte und als der Teller vor seiner Nase stand, rief er: iiiiih, da sind ja Pilze drin. 

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Mein schönstes Erlebnis mit James hatte ich, als wir zusammen seine Meisterprüfung gefeiert haben. So stolz habe ich ihn selten gesehen. Und auch nicht so besoffen. 

Na Männers, erinnert ihr Euch noch? 30 Jahre TNT Die Poolparty bei der James auf der Rutsche saß und wir wussten, Gollom lebt.

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Dieses Bild hat übrigens James von uns geschossen. 3 Tonnen TNT in einem Wirlpool und als wir ausgestiegen sind war kein Wasser mehr in dem Pool 

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Leider war das auch der Beginn seines Leidens. Kurz nach unserem Dänemarkurlaub stellte man bei James die Leukämie fest. 3 Jahre, 3 beschwerliche Jahre mit Angst, Hoffnung und vielen Tränen. 3 Jahre in denen insbesondere Sabine und Horst immer für ihn da waren. Dafür gebührt Euch beiden der allerhöchste Respekt. 

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James war in den Jahren seiner Krankheit ein fein ausgeprägter Realist, der mit zunehmender Schwächung seines Körpers nur noch das Machbare zu verwirklichen suchte. Allerdings hat er dabei immer das Optimum des Möglichen umgesetzt. Seine letzten beiden "öffentlichen" Auftritte zeigten einen stolzen, aber bereits stark gezeichneten Menschen. Insbesondere sein Erscheinen bei der Beerdigung von Michi, einem Member der Gramusels, war für die Anwesenden ein Beweis seines starken Willens. Allerdings nimmt er eben auch unerfüllte Wünsche mit in die Ewigkeit. Noch mal Anke und die Kinder besuchen Noch mal Moped fahren... ja er sagt noch kürzlich zu mir: "Ich möchte noch mal 2 Tage ohne Beschwerden und Einschränkungen, vor allem ohne permanente Kotzereien sein, nur um das eigentliche Leben zu genießen". 

Seine letzte große Reise war zu unserer diesjährigen Jahresparty. Seine Ärztin hatte ihn noch mal so richtig mit allerfeinstem Blut vollgepumpt, so dass es für uns zu einem, ---seinem Abschiedstreffen wurde. 

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Nicht alle verstanden die Situation sofort. Aber spätestens als Holgi einen Heulanfall bekam, waren alle wieder in der Realität angekommen. James zeigte auch in diesem Moment wieder seine Stärke, denn letztendlich war ihm dieser Stimmungszustand eher unangenehm. Er wollte mit uns ungezwungen Party feiern. Und er genoss sichtlich den Kontakt zu all den vielen Menschen aus ganz Deutschland, die ihn in seinem Lebensabschnitt als TNT Viking begleiteten. 

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Immer hatte ich ihm gesagt, dass er sich bei uns melden soll. Er wusste, dass wir bereit waren ihn zu jeder Zeit zu begleiten. Doch auch hier überwog das wahre Gesicht von James: Hoffnung bis zum letzen Atemzug und vielleicht die Schüchternheit eines kleinen Schuljungen, selbst in der letzten Minute Hilfe anzunehmen. 

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James hinterlässt breite Spuren in unseren Herzen. Es ist an euch, dass diese niemals verblassen. 

Nun James, du alter Seefahrer, mögen Dich die schwarzgelben Segel an Dein Ziel bringen. TNT Viking in Ewigkeit 

(Herzlichen Dank an alle die mit uns Abschied genommen haben und an alle die für die Kinder gespendet haben)



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